So fängt es an

Aha, ein neuer Blog also.

„Wozu soll das gut sein“, fragt Sisyphos. „Ist doch nur unnötige Arbeit. Haste einen Beitrag fertig, ist der nächste fällig.“

Er ist etwas pessimistisch in derlei Angelegenheiten.

„Moment“, halte ich ihn zurück. „Nun lass mich doch erst mal alle vorstellen.“ Ich räuspere mich.

Protagonisten dieses Blogs sind, immer mal wieder, aber nicht immer:

Der Mann – der Mann an meiner Seite.

Das Kind – zurzeit vier Jahre alt, weiblichen Geschlechts, sehr willensstark, zuckersüß. Es könnte aber auch durchaus in einer führerlosen Diktatur die vakante Despotenstelle einnehmen.

Das Baby – kann auch nicht mehr lange so genannt werden, weil es bald schon ein Jahr alt wird. Aber darüber mache ich mir später Gedanken. Ebenfalls weiblichen Geschlechts, zuckersüß. Und willensstark. Gibt es Diktator-Doppelspitzen?

Sisyphos – tragischer Held der griechischen Mythologie, der von Zeus dazu verdammt wurde, bis in alle Ewigkeit immer wieder einen Stein einen Berg hinaufzubringen, der, kaum oben angekommen, wieder hinunterrollt. Lustiger Typ übrigens.

Leute – reale und weniger reale. Wem man halt so begegnet.

Und ich – selbst ernannte Frau Sisyphos. Weil ich mit oben genannter Person viel gemein habe. Ich sisyphosse auch. Von morgens bis abends. Mein Stein sieht so aus: Kindersachen wegräumen, arbeiten, wieder Kindersachen wegräumen, Haushalt, Kindersachen wegräumen, nicht die Nerven verlieren, Kindersachen wegräumen…

Abends, wenn die Familie schläft, unterhalten wir uns manchmal, Sisyphos und ich.

„Du hast es gut“, sage ich zu Sisyphos, „dein Stein hat wenigstens keine Bockigkeitsanfälle und gibt keine Widerworte.“

„Mag sein“, antwortet Sisyphos und ächzt den Berg hoch, „dafür hast du deutlich mehr Abwechslung als ich.“ Er schnaubt, leicht erzürnt. „Und überhaupt“, fährt er fort. „Du übertreibst. Dein Leben besteht aus wesentlich mehr als aus Haushalt, Arbeit, Kindersachen. Schau mich mal an.“

„Stimmt“, sage ich. „Aber man wird ja mal meckern dürfen. Deshalb auch dieser Blog.“

„Mmh“, sagt Sisyphos, ziemlich außer Puste. „Darüber muss ich beim nächsten Abstieg vom Berg mal nachdenken.“

facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

3 Kommentare zu “So fängt es an”

  1. Monika Limpinsel

    Wunderbar zu lesen. Ich mag Ihren Stil, liebe Frau Sisyphos alias Alexandra. Habe schon mit sehr viel Vergnügen den Blog über die Weltreise gelesen und schaue jeden Tag, ob es einen neuen Eintrag gibt.

    Antworten

Kommentar hinterlassen

  • (will not be published)